Push-to-Talk: Das Handy als Walkie-Talkie
Die Funktion Push-to-talk entspringt dem Genre der Funksprechgeräte. Push-to-talk bedeutet wörtlich übersetzt: „Drücken um zu sprechen“. Durch drücken einer Taste wird der Sprechmodus aktiviert,ansonsten ist das Gerät bereit Funksignale zu empfangen. Diese Funktion wird nun neuerdings in Mobiltelefone integriert. Die Übertragung erfolgt über das GPRS-Datensystem.
Technik
Nach Betätigung der „Push-to-talk“-Taste ist das Handy bereit eine Sprachnachricht von begrenzter Dauer an ein oder mehrere Empfangsgeräte weiterzuleiten. Es können dabei Ansagen von bis zu 90 Sekunden übertragen werden. Laut Tests ist die Sprachqualität erstaunlich gut und in etwa gleichzusetzten mit einem gewöhnlichen Handygespräch. Die eigentliche Absicht von PTT ist die Informationsübertragung in Echtzeit. Wenn jedoch der Empfänger seine PTT Empfangsbereitschaft nicht eingeschaltet hat, wird er über den Eingang einer Nachricht und deren Dauer in Kenntnis gesetzt.
Die Reichweite ist nahzu unbegrenzt und, sogar Funkansagen ins Ausland sind möglich. Die Empfänger können vorab in so genannten Buddylisten gespeichert werden oder wie gewohnt im Telefonbuch. Anhand einer Statusabfrage kann man jederzeit feststellen, wer momentan empfangsbereit und offen für Funksendungen ist.
Kosten
Der Preis einer Nachricht ist abhängig vom benötigten GPRS-Volumen. Eine Datenverbindung über GPRS wird i. d. R. in 10 oder 100 Kilobyte-Blöcken abgerechnet. Zwar können reine Sprachdaten wesentlich höher komprimiert werden als zum Beispiel Musik, dennoch ist das Datenvolumen beträchtlich, das gezahlt werden muss. Die Preise bewegen sich in der Größenordnung zwischen einer SMS und einem Gespräch via Handy.
Vorteile
Push-to-Talk bietet viele Vorteile. Es können mehrere Adressaten gleichzeitig mit derselben Sprachnachricht informiert werden. Dies erleichtert die Gruppenkoordination und ermöglich kurze Ansagen im Berufsalltag. In allen Bereichen in denen ein Walkie-Talkie benutzt wird, ist auch PTT zu Hause. Der Vorteil von PTT liegt in der enormen Reichweite. Ausserdem braucht man kein schweres Funkgerät mehr.
Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Handy erspart man sich das Wählen der einzelnen Rufnummern und auch ein Warten beim Anklingeln entfällt, da man nach Betätigung der Sprechtaste den Empfänger sofort ansprechen kann. Da bis zu zehn Teilnehmer gleichzeitig erreicht werden können, kann man Informationen innerhalb einer Gruppe problemlos an alle übertragen und es muss nicht jeder in einem Einzelgespräch oder per SMS kontaktiert werden. Das bringt eine erhebliche Kosten- und auch Zeitersparnis mit sich.
Fazit
Push to Talk ist besonders geeignet für Business-Kunden, die zum Beispiel Mitarbeiter im Außendienst wie Handwerker und Kurierfahrer koordinieren müssen. Auch im Baugewerbe, wo auf Baustellen derzeit noch viel über Walkie-Talkie geregelt wird, könnte die Zukunft im Push-to-talk liegen. Aber auch in der privaten Kommunikation sind Anwendungsszenarien denkbar.
Derzeit ist nur ein Anbieter auf dem Markt, der Push-to-talk anbietet, nämlich T-Mobile in Kooperation mit dem Gerätehersteller Nokia. Dies ist wohl auch der Grund, dass sich die Funktion nocht nicht durchgesetzt hat, da der Betrieb ein PTT-fähiges Handy auf Sender- und Empfängerseite voraussetzt.
Weitere Anbieter sind jedoch daran, die Funktion in ihr Angebot zu integrieren und die ersten Testläufe von Mobilcom oder the phone house haben sich bewährt.
