Sendo

Die britische Firma Sendo wurde nach rechtlichen und finanziellen Schwierigkeiten 2005 von Motorola übernommen. Die Handymodelle wie zum Beispiel das “X Smartphone” sind technisch interessant gestaltet und erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit.

Das Unternehmen

Das erst 1999 im englischen Birmingham gegründete Unternehmen Sendo geriet 2005 in finanzielle Schieflage. Sendo hatte sich besonders auf die Sparte Mobilfunk gestützt und war aufgrund eines aufwendigen Rechtsstreites mit Microsoft bekannt geworden. Sendo versuchte ein Handy auf Basis der Windows-Software zu entwickeln. Das bereits fertig entwickelte Modell Z 100 konnte in Folge der rechtlichen Unstimmigkeiten nicht auf den Markt kommen. Sendo wurde dann Lizenznehmer der Series-60 Plattform von Nokia. Auch mit Ericcson war die Firma Sendo in Lizenzstreitigkeiten verwickelt. Im Juni 2005 musste Gläubigerschutz beantragt werden. Das Konkurrenzunternehmen Motorola erwarb daraufhin über neunzig der Sendo Patente und übernahm alle 200 Mitarbeiter des Entwicklungsstabes.

Sendo Handys

Das Smartphone “Sendo X” war ein Vorreiter in Sachen Technik und Design, als es auf den Markt kam. Klein, silbern mit extra großem Display enthält es Kamera, Camcorder, MP3-Player, Software zu Musik- und Fotobearbeitung. Darüber hinaus ist es natürlich WAP-fähig und bietet ein großes Email-Portal, dazu Sprachwahl, Speicherkartenslot. Klingeltöne und Spiele sind teilweise schon vorhanden, können aber ansonsten aus dem Internet herunter geladen werden.

Das Sendo X2 ist das Nachfolgermodell und verfügt über besonders viele Features zum Hören und Verwalten von Musik. Es unterstützt unter anderem die Formate MP3, AAC und AAC+ und hat zwei integrierte Stereo-Lautsprechern. Wer mit Kopfhörern Musik hört, braucht für Befehle wie Play, FFWD, REW oder Pause nicht mal das Handy-Menü offnen, da das X2 spezielle Tasten dafür besitzt. Titel und Interpret werden natürlich aktuell angezeigt. Leider muss der 32MB große Speicher für eine sinnvolle Nutzung als MP3 Player mit einer Speicherkarte erweitert werden. Für die Datenübertragung stehen Bluetooth und USB-Schnittstelle bereit.
Die eingebaute Kamera mit 1,3 Megapixel ist verbesserungsfähig. Alle anderen Services wie Email, Internetanbindung und GPRS sind aber tadellos.

Das M570 ist das erste Handy zum Aufklappen des Herstellers. Obwohl Design, Größe und Verarbeitung sehr ansprechend sind, lässt die Auflösung des Displays zu wünschen übrig. Auch bei den Klingeltönen wurde das Angebot von 64 auf 16 Stimmen zurück geschraubt. Schön ist hingegen der 4 GB Speicher und die Möglichkeit jedem Eintrag im Telefonbuch ein Foto zuzuordnen.

Das S600 ist als Fotohandy konzipiert. Mit der VGA-Kamera der Maße 640X480 sollen sich 15 Bilder pro Sekunde darstellen lassen. Das soll die Motivauswahl verbessern. Unterstützt wird diese Funktionalität durch einen extra weichen Zoom, genannt Sendo Xoom, der ohne vorgegebene Zoom-Stufen eine benutzerindividuelle Einstellung zulässt. Es können neben Einzelbildern auch Bildserien, aber leider keine Videos aufgenommen werden. Das ist bei einem Fotohandy sehr schade.

Weitere Modelle sind zum Beispiel J520, S200 und S230.

Die Sendo Handys sind von guter Qualität und sehr benutzerfreundlich. Raum für Verbesserungen bleibt jedoch bei fast jedem Modell. Leider hat sich die Firma Sendo durch seine Lizenzstreitereien nur sehr unvorteilhaft ins öffentliche Licht gerückt, sodass den Mobiltelefonen leider nur wenig Aufmerksamkeit zukam. Motorola kann jetzt auf die Erfahrung der Sendo-Entwickler aufbauen und schlägt hoffentlich auch in Bezug auf Firmenphilosophie und Verhalten einen klügeren Weg ein.

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