NEC
NEC erkannte UMTS-Chance
UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist mittlerweile ein gängiger Mobilfunkstandard. Mit der dritten Handynorm-Generation (3G) sind deutlich höhere und schnellere Datenübertragungsraten als mit GSM (Global System for Mobile Communications) möglich. Außerdem bieten die Unabhängigkeit durch Mobilität und neue Anwendungsmöglichkeiten viele Vorteile.
Das erkannte auch der ehemals größte japanische Handy-Hersteller NEC (vormals: Nippon Electric Company), setzte noch einen drauf und brachte 2003 das erste UMTS-Gerät, das Videotelefonie unterstützt (NEC 606), auf den Markt. Das Multimediafunktionalitäts-Wunder (großes TFT-Display, 65536 Farben, FSM1800, GSM900, 2 Kameras, Videoaufnahmen können als MPG4, WMA/Windows Media und 3GP, dem Hutchison-3–Format, gespeichert werden, polyphone Midi-Klingeltöne, Bluetooth-Schnittstelle, Java Virtual Machine, multitaskingfähig) lief in hoher Stückzahl vom Band, wurde aber lediglich über den Mobilfunkanbieter “3″ an die Kunden gebracht.
Exzellente Elektronik
NEC wurde 1899 von Kunihiko Iwadare gegründet. Der Global Player (Hauptsitz ist der NEC Supertower in der japanischen Hauptstadt Tokio) produziert weltweit mit 140.000 Mitarbeitern exzellente Elektronikartikel. Zum Produkt-Portfolio gehören neben Mobiltelefonen Auftrags-Chips, Bildschirme, Laptops, PCs, Peripheriegeräte und Supercomputer. Besonders die neueste Entwicklung sorgt für Aufregung in der Branche. NEC arbeitet an der sogenannten HD-DVD. Sie soll mit bis zu 50 GB pro Disk die DVD (4,7 GB) ablösen.
Erstes Joint Venture in Japan
NEC, das heute zur Sumitomo-Gruppe gehört, war bei Gründung das erste japanische Joint-Venture mit ausländischem Kapitalanteil. Denn der zur Bell Company gehörende Telefonanlagen-Hersteller Western Electric Company war Mitbegründer. So startete auch NEC mit der Fertigung von Schaltanlagen und Telefonen.
Seit 1987 in Deutschland
1987 wurde die NEC Deutschland GmbH gegründet. Sie ist eine hundertprozentige Tochter der NEC Corporation und sitzt in Ismaning bei München. Zur Produkt-Palette gehören hier Hochleistungsrechner, Telekommunikations- und IT-Lösungen sowie biometrische Sicherheitslösungen.
Immer wieder Handy-Innovationen
Telefone lagen den NEC-Mitarbeitern schon immer am Herzen. Deshalb wurde auf diesem Gebiet auch ständig kräftig geforscht. Mit dem N21i lieferte NEC 2002 das erste I-Mode-Handy nach Deutschland. 2005 brachte NEC das dünnste Klapp-Kamera-Handy der Welt auf den Markt. Das e949 ist 11,9 Millimeter dick, 101,5 Millimeter hoch, 47,9 Millimeter breit und wiegt 96 Gramm. Außerdem hat das e949 ein zweites Display (176 x 220 Bildpunkte, 65.536 Farben), eine 1,3 Mega-Pixel-Kamera, MP3-Player und Bluetooth. Auf der CeBit 2007 stellte NEC ein Handy vor, dessen Tastatur keine Beschriftung trägt. Sobald man die Tasten betätigt, werden die Funktionen auf dem Display eingeblendet. So ist die Steuerung wesentlich variabler. Dieses sogenannte Gadget ist aber nur ein Forschungsprototyp, der zunächst nicht in Produktion gehen soll.
Trotzdem rote Zahlen
Vorbildlichem Forschergeist und intelligenter Innovation zum Trotz schreibt die Handysparte von NEC tiefrote Zahlen. Für 2006 erwartete NEC einen operativen Verlust von 315 Millionen Euro. Deshalb wurde während des ersten Halbjahres 2006 die Vorstellung neuer Handys in Europa und China gestoppt. NEC möchte die Entwicklungskosten eindämmen und sich stärker auf den heimischen Markt konzentrieren. Dort kooperiert NEC nun mit Matsushita/Panasonic.
Computers & Communications
Trotzdem lässt sich der Konzern nicht von seiner Firmen-Philosophie ”Computers & Communications” abbringen. Seit 1977 will NEC länder- und sprachübergreifende Kommunikationsmittel schaffen. Deshalb engagiert man sich auch in Sport (Davis Cup, World Youth Cup) und Kultur (Boston Symphony Orchestra, internationales Internet-Schulprojekt “Gakkos”).
