Alcatel
Wenn Sie im Hochgeschwindigkeits-Internet surfen, ist es mehr als wahrscheinlich, dass das dazugehörige Know-How aus Frankreich stammt. Denn der französische Alcatel-Konzern ist Marktführer beim Internet-Hochgeschwindigkeitszugang. Dabei hat Alcatel in Sachen Telekommunikation noch einiges mehr zu bieten.
Vielfältig seit 1898
Gegründet wurde Alcatel am 31. Mai 1898 vom französischen Ingenieur Pierre Azaria. Damals firmierte der Konzern noch unter dem Namen Compagnie Générale d’Electricité (CGE). Der übernahm dann 1966 im Handstreich das Konkurrenz-Unternehmen Alcatel. Von der ersten Stunde an forschte und entwickelte man bei Alcatel strebsam und akribisch. So verfügt man heute über eine facettenreiche und vielfältige Produkt-Palette. Alcatel bietet neben Hochgeschwindigkeitsinternetzugängen beispielsweise Bahnsteuerungssysteme, Hochvakuumtechnik, IP-Telefonie, Kommunikations-und Forschungssatelliten, Multimedia-Netze oder Telefonvermittlungsstellen an.
Skandale in den 1990ern
In den 1990ern besaß Alcatel in Deutschland und Frankreich beste Drähte zu staatlichen Post- und Telekommunikationsunternehmen. Die Kontakte zu Spitzenpolitikern waren ebenfalls à la bonheur und brachten einige sehr öffentlichkeitswirksame Skandale mit sich. So musste am 13. Januar 1991 der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth wegen der sogenannten Traumschiff- bzw. Segeltörn-Affäre seinen Hut nehmen. 1995 gab es erneut eine Menge juristischen Wirbel um Alcatel. Präsident Pierre Suard musste mit einem Gerichtsbeschluss aufgrund des Verdachts auf Betrug und Veruntreuung quasi zum Rücktritt gezwungen werden.
Aufstieg, Absturz und Fusion
Während des florierenden Internet-Geschäfts tätigte Alcatel auf dem amerikanischen Markt mächtige Zukäufe. Das Unternehmen wuchs stetig. Doch nach dem Total-Crash auf dem Internet-Markt stürzte Alcatel brutal ab und schlidderte 2001 in die größte Unternehmens-Krise seiner Geschichte. Das führte zum erdrutschartigen Abbau von Arbeitsplätzen. So fusionierte Alcatel mit einem Anteil von ca. 60 Prozent am 1. Dezember 2006 mit dem amerikanischen Konkurrenten Lucent Technologies und heißt seitdem Alcatel-Lucent.
Der Handysparte erging es ähnlich
Der Alacatel-Handysparte erging es ähnlich. 2004 brachte Alcatel den Bereich Mobilfunk in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der chinesischen Firma TCL Communication Technology ein. In diesem Joint-Venture kontrollierte Alcatel 45 Prozent, TCL 55 Prozent. Das ließ sich Alcatel 45 Millionen Euro kosten. Doch bereits ein Jahr später zog sich Alcatel von diesem Deal wieder zurück (36 Millionen Euro Verlust im ersten Quartal) und erhielt dafür nur noch sechs Millionen Euro. Doch TCL bringt weiterhin Handys unter dem Markennamen Alcatel auf den Markt. Dabei setzen die Chinesen vor allem auf auffallendes Design.
Die Modelle OT-E160 (Folder-Design), OT-C552 (CSTN-Display mit 65K Farben), OT-C750 (schickes Silber-Design) kamen beim Kunden prächtig an. Und auf der 3GSM Mobilfunkmesse 2006 wartete Alcatel mit einem richtigen Knüller auf: Das nur 90 Gramm schwere Elle No1. (VGA-Kamera) verzückte mit seinem extravaganten Design und Charme vor allem die weiblichen Konsumenten. Noch leichter ist das Alcatel One Touch 701. Das keilförmige Schmuckstück wiegt nur 88 Gramm. Der Knaller: Durch die Kurzwahltasten entfällt das umständliche Eingeben von Rufnummern.
